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Die heutige Episode trägt den etwas kryptischen Titel „Biber, Bären und Adler machen ein Projekt“. Wenn Du damit jetzt nichts anfangen kannst, dann darf ich Dir die Episode 57 nahelegen. Dort habe ich nämlich eine Geschichte erzählt, in der ein Biber, ein Bär und ein Adler mitspielen. Die drei Tiere repräsentieren die drei Kompetenzdimensionen, mit denen ich gerne arbeite, das heißt Fachkompetenz – der Biber, soziale Kompetenz – der Bär, und Methodenkompetenz – der Adler.

Wenn sich vor Deinem geistigen Auge jetzt große Fragezeichen bilden, dann hör Dir am besten die Episode 57 an, dann wird es klarer.

Bevor ich aber ins Thema einsteige, hier noch das Ergebnis des Gewinnspiels. Je eine Stunde Problemlöser-Coaching mit mir haben gewonnen

  • Elke
  • Sebastian
  • Elisabeth

ganz herzliche Gratulation!

Bei all jenen, die nicht gewonnen haben, Dank für die vielen Zuschriften. Die Rückmeldungen waren sehr positiv, ich werde das also gerne wieder einmal machen.

Ein spannendes Angebot habe ich auch am Ende dieses Podcasts. Bleib also dran!

Jetzt komme ich aber zu Biber, Bär und Adler, und was die auf einem Projekt machen.

Warum interessieren mich Biber, Bär und Adler, warum sehe ich mir Fachkompetenz, soziale Kompetenz und Methodenkompetenz immer wieder an? Ganz einfach, ich habe in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass immer dann, wenn ein Problem gut gelöst wurde, wenn ein Projekt gut gemacht wurde, Menschen eingebunden waren, die Stärken in genau diesen Dimensionen haben.

Auf der einen Seite mag sich das vollkommen offensichtlich anhören, na klar braucht man alle Arten von Kompetenzen. Ist ja logisch. Wie soll es auch anders sein…

Im richtigen echten Leben beobachte ich aber etwas vollkommen anderes. Bei vielen Projekten, auch bei sehr großen, wird ausschließlich auf die Fachkompetenz geachtet. Da besteht dann das ganze Projektteam aus Experte der unterschiedlichsten Fachrichtungen, die allermeisten davon schwer Biber-lastig. Und in diesen Projekten passiert nach meiner Erfahrung zweierlei recht häufig.

Das eine ist, dass nie ein richtiges Team entsteht. Die Leute arbeiten individuell und das sehr gut, aber es entsteht nie so etwas wie ein Team-Spirit. Die Projektmitarbeiter arbeiten viel, auch viel miteinander, sind aber auch nach Monaten auf einer persönlichen Ebene noch sehr auf Distanz. Sitzen fast jeden Tag zusammen und Siezen sich, wissen nichts voneinander, das über das berufliche hinausgeht und interessieren sich auch nicht besonders dafür. Die Meetings sind dadurch gekennzeichnet, dass von Sekunde 1 weg in irgendwelchen Fachdetails herumgegraben wird, es gibt keine freundliche Begrüßung, keinen kurzen Small Talk. Und das Wichtigste: es gibt keine spürbare, gegenseitige Wertschätzung. Und es fällt nicht mal irgendwem auf. Die Stimmung ist eigenartig unpersönlich, und niemandem fällt auf, warum das so ist. Und warum ist das so? Weil durchgehend die einfachsten Regeln des freundlichen, anerkennenden und wertschätzenden Miteinander ignoriert und verletzt werden.

Kennst Du solche Projekte? Ich habe sowas schon mehrfach erlebt, und mich fröstelt, wenn ich nur daran denke. Das sind Projekte, denen die Bären fehlen. Und solche Projekte kommen dann ins Schwimmen, wenn es nicht mehr fachlich-sachlich geradeaus geht, wenn es schwierig wird, wenn Konflikte auftreten. Und nachdem das noch in jedem größeren und komplexeren Projekte passiert ist, das ich kenne, kommen solche Projekte eigentlich immer ins Schwimmen. Das ist ein Phänomen, das bei Biber-lastigen Projekten häufig auftritt. Und dann fragen sich alle, wie das passieren konnte, es waren doch alle Experten mit an Bord. Da werden dann fest die Köpfe geschüttelt.

Das andere, was in solchen Projekten gerne mal passiert, ist, dass das Projekt abdriftet. Und mit Abdriften meine ich, dass sich so nach und nach die Richtung des Projekts ändert, ohne dass das aktiv jemand betreibt. Da tauchen neue Anforderungen auf, und mit der Zeit wird immer mehr an diesen Anforderungen gearbeitet. Da tauchen Probleme auf, denn Probleme treten immer auf, und mit der Zeit wird immer mehr an diesen Problemen gearbeitet und nicht mehr ausdrücklich auf das Projektziel hin. Da gehen enorme Ressourcen in die Lösung von spezifischen Fragen, die hochspannend sind. Und meist sind das auch Fragen, deren Lösung für die Experten, die daran arbeiten, hochbefriedigend sind. Da kann der Experte mal sein gesamtes Experten Know-how ausspielen und sogar noch erweitern. Wenn man es aber aus einer Gesamtsicht sieht, aus der Projektgesamtsicht, dann gehen viel zu viele Ressourcen für Details drauf, und in Richtung des Projektziels geht wenig vorwärts.

Solche Projekte fühlen sich im Unterschied zu den Projekten mit den fehlenden Bären sehr gut an, da wird gearbeitet, da geht was weiter, da passt die Stimmung, da gibt es ein Team. Bei solchen Projekten kommt das dicke Ende zum Schluss, oder aber beim Zwischenbericht an das Management. Das sind dann häufig sehr unerfreuliche und auch mal unfreundliche Meetings, wo dem Projektleiter oder dem ganzen Projekt ordentlich der Kopf gewaschen wird. Weil ein Projektteam, das einen Projektauftrag bekommt, und dann in eine ganz andere Richtung läuft, das versteht keiner.

Kennst Du solche Projekte? Auch solche Projekte habe ich schon oft gesehen. Das sind Projekte, denen die Adler fehlen. Adler-Mangel ist das andere Phänomen, das bei komplexen Problemen und großen Projekten häufig auftritt.

Bei erfolgreichen Projekten hingegen habe ich immer einen guten Mix der verschiedenen Persönlichkeitstypen gesehen.

Das heißt es waren immer Menschen dabei, die fachlich topp waren, um die Fragen und Probleme fachlich bestmöglich zu lösen. Es waren immer Menschen dabei, die sichergestellt haben, dass alle Beteiligten gut zusammenarbeiten, die für Kommunikation und gute Stimmung gesorgt haben, und die aufkeimende Konflikte früh erkannt und sich darum gekümmert haben. Und schließlich waren immer Menschen dabei, die gut darin waren die Ebenen zu wechseln, also ein Problem mal im Detail und mal aus Sicht der Geschäftsführung zu sehen, und die kritisch hinterfragt haben, die Struktur reingebracht haben, und die öfter mal die Frage gestellt haben, ob man an denn gerade an den richtigen Themen arbeitet.

In aller Kürze lassen sich die drei Typen folgendermaßen beschreiben:

Der Biber-Typ verfügt über ausgeprägtes Fachwissen, häufig sogar Expertenwissen. Er ist fokussiert auf sein Fachgebiet und handelt bevorzugt im Rahmen seiner Fachkompetenz. Und er löst auch Probleme tendenziell mit den Mitteln seiner Fachkompetenz.

Der Bär-Typ stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Er achtet auf gute Beziehungen, auf Kommunikation, und er bringt die Menschen zusammen. Er behandelt Menschen grundsätzlich wertschätzend und wird dafür auch von anderen geschätzt und gemocht. Er ist eine Art Sozialverbinder, der mit allen kann, und dessen gute Beziehungen oft weit über die Abteilung oder den Bereich hinausgehen, in dem er arbeitet. Der Bär-Typ moderiert die Beziehungsebene.

Der Adler-Typ schließlich mag Struktur, er bietet diese an, und er fordert sie auch  ein. Wenn jemand im Meeting aufsteht und eine erklärende Grafik auf das Flipchart pinselt, dann ist das häufig ein Adler.  Er wechselt gerne die Ebenen, und er lässt sich nicht so leicht auf ein Fachgebiet beschränken, er agiert gerne übergreifend. Wenn man so will moderiert der Adler die strukturelle Ebene.

Selbstverständlich gibt es auch Mischtypen, also Biber-Bären, Adler-Biber oder Bären-Adler. Und es gibt auch sehr ausgeglichene Typen, Generalisten, also Biber-Bären-Adler.

Ganz wichtig an der Stelle: kein Typ ist besser als ein anderer. Ein Biber ist nicht besser als ein Bär oder Adler, und auch nicht umgekehrt. Jeder Typ ist wertvoll und trägt etwas bei, wenn er an der richtigen Stelle eingesetzt ist.

Dieser Idee der Persönlichkeitstypen Biber, Bär und Adler folgend habe ich gemeinsam mit Unterstützung einiger Experten einen Persönlichkeitstest entwickelt, mit dem man die individuelle Biber-, Bären- und Adler-Ausprägung einer Person bestimmen kann.

Auf dieser Basis habe ich mir dann gemeinsam mit ein paar Kolleginnen und Kollegen – allesamt erfahrene Projektmanager – angesehen, wie unsere Teams bei unterschiedlichen Projekten in der Vergangenheit aufgestellt waren, und wie die Projekte gelaufen sind, wie erfolgreich sie waren. Ob sie die Ziele erreicht haben, ob sie den Zeitplan eingehalten haben, und ob sie budgetär im Rahmen geblieben sind. Dazu haben wir für die wesentlichen Projektmitarbeiter den Biber-Bären-Adler-Test ausfüllen lassen. Das Ergebnis haben wir für jede Person in einem Dreibein dargestellt, bei dem auf jeder Achse die individuelle Ausprägung aufgetragen ist. Also nach oben der Biber, nach rechts unten der Bär und nach links unten der Adler. Verbindet man diese Punkte auf den Achsen, dann erhält man ein Dreieck, das je nach Typ ganz unterschiedliche Formen annimmt.

Wie nicht anders zu erwarten gibt es Biber, Bären und Adler, es gibt Biber-Adler und Bären-Biber und es gibt die ausgeglichenen Bären-Adler-Biber. Und es gibt diese Typen in allen nur denkbaren unterschiedlichen Ausprägungen.

Wir haben dann für jedes Projekt die Profile übereinander gelegt. Damit hatten wir eine Art Projektprofil. Und diese Projektprofile haben wir dann den Projektergebnissen gegenübergestellt. Wir wollten einfach sehen, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen den Profilen der Projektmitarbeiter und dem Projekterfolg.

Die Ergebnisse, die wir bekommen haben, haben wir bis zu einem gewissen Grad erwartet. Dass sie so eindeutig waren, hat uns dann aber doch ein wenig überrascht. Wir hatten den Eindruck, dass man fast schon am Profil des Projekts ablesen konnte, ob das Projekt erfolgreich war.

Projekte, die gut gelaufen sind, haben allesamt folgende beiden Kriterien erfüllt:

  1. Sie hatten hohe Ausprägungen in allen Dimensionen, d.h. jedes dieser Projekte hatte einen oder mehrere Menschen im Team mit sehr hohem Biber-Anteil, einen oder mehrere mit sehr hohem Bären-Anteil und einen oder mehrere mit sehr hohem Adler Anteil.

Das hatten wir erwartet. Das war bis zu einem gewissen Grad auch die Ausgangshypothese, mit der wir in die Untersuchung gegangen sind. Was wir nicht erwartet hatten, war der zweite Punkt

  1. Die erfolgreichen Projekte hatten neben hohen Ausprägungen in allen Dimensionen auch Personen im Team, die eine Art „Verbinderrolle“ eingenommen haben zwischen den eher eindimensionalen Bibern, Bären und Adlern.

    In größeren Projekten hat man eigentlich immer sehr stark ausgeprägte Fachexperten, mehr oder weniger reine Biber. Reine Biber funktionieren aber mit reinen Bären und reinen Adlern nicht, die finden nicht so richtig zusammen. Damit ein Biber mit einem Adler gut kann, braucht es einen Verbinder, der in beiden Dimensionen Stärken hat. Also einen Biber-Adler oder Adler-Biber. Und erfolgreiche Projekte hatten neben den Spezialisten auch genau diese Verbinder zwischen Bibern und Adlern, zwischen Bären und Adlern und zwischen Bibern und Bären.

Das lässt sich natürlich auch von der anderen Seite betrachten. Weniger erfolgreiche Projekte hat man daran erkannt dass, dass sie

Nicht in allen Dimensionen Menschen mit starker Ausprägung aufweisen. Das heißt entweder das Offensichtlichste, es fehlt an fachlicher Expertise. Nach meiner Erfahrung kommt das eher selten vor, weil gewöhnlich genau hier der Fokus gesetzt wird. Oder aber es fehlt die soziale Kompetenz, das heißt es ist ausreichend Fachexpertise da, es gibt auch jemanden, der die Struktur reinbringt, aber es fehlen die Sozialverbinder, das Projekt scheitert letztlich daran, dass das Projektteam nie zum Team wird. Statt Freunde für Leben gibt’s nach dem Projekt Feinde fürs Leben.

Ober aber es fehlen die Adler. Die Fachexperten arbeiten, die Stimmung passt, aber es werden nicht die richtigen Schwerpunkte gesetzt, das Team verzettelt sich, das Projekt arbeitet, kommt aber in Richtung des Projektziels nicht wirklich voran.

Das ist die eine Möglichkeit, dass also Biber- oder die Bären- oder Adler-Kompetenzen nicht ausreichend ausgeprägt sind.

Den anderen Fall, den wir auch gefunden haben, war ein Projekt, das fulminant gescheitert ist, obwohl es Top-Biber, Top-Bären und Top-Adler im Team gegeben hat. Diesem Projekt haben aber die Verbinder gefehlt, also Menschen, die stark in zwei Dimensionen oder sogar allen drei Dimensionen waren und zwischen den Top-Bibern, Top-Bären und Top-Adler vermitteln konnten.

In Summe sind wir, bin ich mit dem Modell und den Ergebnissen sehr zufrieden. Derzeit arbeite ich daran den Biber-Adler-Bären Test auch online zu bekommen, das wird sich hoffentlich bis Ende des Jahres ausgehen. Der Test in seiner analogen Form, also auf Zetteln, ist jetzt schon ein Teil meiner Seminare. Sobald er online ist werde ich voraussichtlich ein eigenes Produkt daraus machen.

Bis es soweit ist habe ich ein Angebot für Dich.

Wenn Du gerade ein Projekt machst, bei dem Du zwischen fünf und zehn Personen im Projektteam hast, dann lade ich Dich ein den Biber-Adler-Bären mit Deinem Projektteam zu machen. Wenn Du mit dem Projekt noch in der Startphase bist, dann kann Dir das helfen zu verstehen, ob Du an irgendeiner Stelle blinde Flecken hast, auf die Du achten solltest. Wenn Du mittendrin bist, dann kann es Dir helfen gegenzusteuern. Und wenn das Projekt schon vorbei ist, dann kannst Du es zur Evaluierung nutzen.

Mir geht es darum noch ein paar Projekte anhand dieser Methodik durchzugehen, die ich nicht in irgendeiner Form kenne und begleitet habe, zu denen ich also inhaltlich und auch emotional etwas Abstand habe.

Insgesamt drei Projekte nehme ich an, das ist für Dich kostenlos und wirklich ein einmaliges Angebot, das es im nächsten Jahr als eigenständiges Produkt geben wird. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Also schnell sein und einfach eine kurze Email schreiben mit dem Betreff „Biber-Bär-Adler im Projekt“ an info@georgjocham.com, am besten gleich mit einer Beschreibung des Projekts.

Ich bin schon sehr gespannt und freue mich auf Deine Anfrage! 🙂

Seit dem letzten Mal gibt es zu jeder Podcast-Episode auch einen Rawr. Zur Erklärung: Rawr.at ist eine Meinungsplattform, mit der man über bestimmte Fragen abstimmen und diskutieren kann.

Mich haben schon mehrere Hörer auf Biber, Bär und Adler angesprochen. Manche fanden die Idee richtig gut, andere haben kritisch hinterfragt, ob Biber, Bär und Adler die richtigen Tiere wären. „Möchte man denn ein Biber sein?“ war eine der Fragen, ein anderer hat gefragt, ob der Adler in diesem Trio nicht zu attraktiv sei, also König der Lüfte, steht über den anderen.

Mich interessiert Deine Meinung dazu. Der Rawr zu dieser Epsiode lautet daher

Findest Du Biber-Bär-Adler gut?

Wenn Du der Meinung bist, dass NEIN, dann schreib bitte auch eine Begründung dazu oder noch besser einen Vorschlag, welche Tiere besser passen könnten.

Den Rawr findest Du wie immer unter www.georgjocham.com, unter dem Menüpunkt „Podcast“ und dann bei der jeweiligen Episode, die da heißt „Biber, Bären und Adler machen ein Projekt“.

Ich bin schon sehr gespannt auf Deinen Beitrag!

Noch was ganz zum Schluss. Mir ist aufgefallen, dass ich mit allen Hörern, mit denen ich in Kontakt gekommen bin, nach kürzester Zeit per Du war. Warum sollen wir dann aber im Podcast per Sie sein? Eben. Also, ich bin der Georg.

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