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Heute gibt’s wieder eine Zitate-Episode, und das heutige Zitat lautet

„In zweifelhaften Fällen entscheide man sich für das Richtige“

Ganz einfach, oder?

„In zweifelhaften Fällen entscheide man sich für das Richtige“

Dieses Zitat stammt von Karl Kraus. Karl Kraus war eine Lichtgestalt des Wiener Literaturbetriebs des beginnenden 20. Jahrhunderts. Er war Schriftsteller, Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker, Dramatiker, Sprach- und Kulturkritiker und vor allem ein schonungsloser Kritiker der Presse. Diese Kritik ging so weit, dass er eine eigene Zeitschrift herausbrachte, „die Fackel“. Er stellte so hohe Anforderungen an die journalistische Qualität, dass nur ein einziger Schreiber diese erfüllen konnte und also Beiträge für die Fackel schreiben durfte. Er selber. An Selbstbewusstsein hat es Karl Kraus also ganz offensichtlich nicht gemangelt… J

Und er hat empfoheln

„In zweifelhaften Fällen entscheide man sich für das Richtige“

Keine Frage, wenn es ein Problem zu lösen gilt, dann gilt es meist auch eine Entscheidung zu treffen, und natürlich sollte das dann auch die richtige Entscheidung sein. Wäre gut, oder?

Ich glaube ja man kann sich auf die Frage, welche Entscheidung die Richtige ist auf mehreren Wegen nähern.

Ich kann das einerseits mit dem Bauch machen. Und auch wenn ich hier im Podcast meistens sehr analytisch daherkomme, halte ich das gar nicht für verkehrt, der Mensch hat für viele Dinge ein gutes Gefühl, wenn er denn Zugang zu seinem Bauch hat. Leider haben diesen Zugang heute immer weniger Menschen, daher ist Vorsicht geboten.

Aber wenn der Bauch zugänglich ist, dann halte ich den Bauchzugang für gar nicht schlecht. Allerdings gilt das nur dann, wenn man etwas alleine entscheiden kann und es niemanden gibt, dem gegenüber man diese Entscheidung rechtfertigen, erklären und argumentieren muss. Im Unternehmensumfeld ist das eher die Ausnahme.

Ich kann das andererseits systematisch und analytisch machen, die Vorteile und Nachteile abwägen, Kriterien für die Beurteilung finden, Risiken mit einbeziehen und dem gegenüber stellen, wie viel Verlust ich mir leisten kann. Ich kann das Ganze auch durch ein Scoring-Modell oder ein regelbasiertes Modell jagen und schauen, was raus kommt. Nach meiner Erfahrung ist das ein guter Zugang, wenn man das sauber macht, und es wird auch im Unternehmensumfeld häufig gemacht.

Oft ist mir auch ein Hybridmodell aus Bauch-Zugang und Analytischem Zugang begegnet, bei dem man aus dem Bauch – häufig auch aus einer Laune – entscheidet und dann ausführlich und wortreich, gerne auch mit Erklärungs- und Entscheidungsmodellen nachweist, warum das denn die getroffene Entscheidung die einzig richtige Entscheidung sein muss. Für diese Vorgehensweise hält sich meine Sympathie ehrlich gesagt in Grenzen. Gesehen habe ich diese Vorgehensweise aber schon oft.

Was mir persönlich am besten gefällt, setzt an einer anderen Stelle an: ich würde sagen, man soll sich die Konsequenzen einer Entscheidung klar machen, dann entscheiden, und die Entscheidung dann so konsequent umsetzen, dass sich die Frage, ob es denn die richtige Frage war, gar nicht mehr stellt.

Also nicht fragen „War das die richtige Entscheidung?“ sondern alles dafür tun, dass es die richtige Entscheidung war. Wenn man das beherzigt, dann ist es gar nicht mehr schwierig sich für das Richtige zu entscheiden.

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