Durchtrainiert und sexy wie Matthew McConaughey

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“I just got a habit. I break sweat everyday.”

 
W enn es um das Mindset, wenn es um Einstellungen geht, dann geht es ganz stark um Glaubenssätze. Und da fällt mir immer die berühmte Stelle aus dem Talmud ein.

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Deine Worte.

Achte auf Deine Worte, denn sie werden Deine Handlungen.

Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Deine Gewohnheiten.

Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.

Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Verkürzt könnte man also sagen: Fein, ich achte also auf meinen Gedanken, und meine Worte, Taten, Gewohnheiten, mein Charakter und mein Schicksal ergeben sich daraus wie von selbst. Leider aber, und das wissen wir alle nur zu gut, lassen sich Gedanken gar nicht so leicht steuern. Meine jedenfalls. Besonders anfällig bin ich, wenn ich müde bin. Wenn ich dann noch eine kleine Delle im Gemüt habe, dann kommen plötzlich ungebetene Gedanken von allen Seiten.

Das geht doch nicht.

Das kannst Du nicht.

Der / die mag Dich nicht.

Du hast keine Chance.

Und wenn die ungebetenen Gedanken kommen, dann ist „achte auf Deine Gedanken“ erheblich leichter gesagt als getan. Das auf die Gedanken achten ist ein guter Beginn, aber auch nicht mehr. Meine Erfahrung ist, dass man bei der Kette aus Gedanken, Worten, Handlungen, Gewohnheiten, Charakter und Schicksal auch an anderer Stelle beginnen kann. Und genau hier kommt Matthew McConaughey ins Spiel.

Matthew McConaughey braucht man eigentlich nicht weiter vorzustellen. Er ist Hollywoodschauspieler, in der Vergangenheit bekannt für romantische Komödien, in letzter Zeit eher im seriösen Fach zu Hause. Matthew McConaughey wird regelmäßig zu einem der attraktivsten Männer auf diesem Planeten gewählt, und er wurde vor ein paar Jahren vom People Magazine sogar zum „Sexiest Man Alive“ gekürt. Einer der Gründe dafür dürfte sein, dass er unglaublich durchtrainiert ist. Wirklich beeindruckend. Der Mann sieht also schon gut aus.

Es gibt da ein langes Interview von ihm, in dem er ausführlich über sich und sein Leben erzählt, und irgendwann fragt ihn der Moderator: Wie trainierst Du? Wie kommst Du zu diesem unglaublich durchtrainierten Körper? Und man hört förmlich die Notizblöcke rascheln, weil das will jetzt natürlich jeder gerne wissen. Wie kommt man zu einem solchen Körper? Wie komme ICH zu einem solchen Körper?

Und Matthew McConaughey sagt nur: “I don’t work out.”, ich trainiere nicht, ich gehe nicht ins Fitnessstudio. Und der Moderator darauf, dem fällt sichtlich schwer das zu glauben: Wie, was, Du trainierst nicht? Und Matthew McConaughey sagt darauf: „No, I just got a habit.” Ich hab da so eine Angewohnheit. „I break sweat everyday.“ Ich mache jeden Tag etwas, bei dem ich ins Schmitzen komme.


 
D as ist genial. Matthew McConaughey bringt ein Prinzip, das manchmal als Mini-Habits, also Mini-Gewohnheiten, manchmal als Micro-Habits und dass ich auch schon unter dem Begriff „Minimalkonstanz“ gesehen habe, auf den Punkt. Und dieses Prinzip lautet: was Du jeden Tag machst, und sei es noch so klein, das formt Dich. Was Du jeden Tag machst, das formt Dein Leben.

Jetzt kann man natürlich sagen, gut der Matthew McConaughey hat ideale genetische Voraussetzungen, sein Vater war Football-Spieler, breite Schultern und muskulös und alles, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Das mag so sein. Das Entscheidende aber ist: genetisches Material hin oder her, was man jeden Tag tut, das hat mit der Zeit eine massive Auswirkung auf unser Leben.

Und in diesem Sinne empfehle ich jedem, wirklich jedem, der an seinem Mindset, an seiner Einstellung und an seinen Glaubenssätzen arbeiten möchte, sich dieses Prinzip zu Nutze zu machen. Das heißt KEINE Neujahrsvorsätze, und KEINE großen Sachen, die Motivation und Überwindung brauchen, und an denen die meisten immer wieder scheitern, sobald sie diese Motivation und Überwindung irgendwann nicht mehr aufbringen. Sondern: kleine, ganz kleine Ziele, um daraus Mini-Habits also Mini-Gewohnheiten werden zu lassen.

Was heißt das konkret? Ich nehme mir etwas vor, das mich in eine gewünschte Richtung besser macht. Dann wähle ich eine Dosis, die ich jeden Tag leicht unterbringen kann, für die ich die Zeit und vor allem die Willenskraft auf jeden Fall leicht aufbringe. Die Betonung liegt auf leicht. Also nicht, wenn ich ausgeruht und hochmotiviert bin, sondern immer. Immer immer. In ausgeruhtem und motiviertem Zustand fühlt sich diese Dosis nicht nur leicht, sondern lächerlich leicht an.

Und dann mache ich das jeden Tag. Ohne Ausnahme. Wirklich ohne Ausnahme. Jeden Tag. Hier einige Beispiele von Dingen, die wirklich sehr wenig Zeit brauchen, und die ich jeden Tag mache. Manche seit Monaten, andere seit Jahren: Einbeinig Zähneputzen – super für die Haltung, Liegestütze, mindestens eine Routine einmal brechen, lesen, schreiben, Podcast hören. Und noch viele, viele weitere Mini-Habits, die mir gar nicht einfallen, weil sie schon so sehr zu einem Teil von mir geworden sind. Und all diese kleinen Gewohnheiten haben mehrere Auswirkungen, die sich nach und nach einstellen.

Sie formen. Sie formen den Körper, den Geist, das Denken, unsere Beziehungne, je nachdem was man macht. Sie steigern das Selbstvertrauen. Warum? Weil ich mir etwas vorgenommen habe, man könnte auch sagen, weil ich mit mir etwas vereinbart habe. Und dann mache ich es. Also halte ich meine Vereinbarungen mit mir selber ein. Und wenn ich das mache, dann kann ich mich auf mich verlassen, ich kann mir selbst vertrauen. Und schließlich bedeuten diese Dinge, die ich täglich mache, einen kleinen täglichen Erfolg. Und das fühlt sich gut an, und wird jeden Tag mehr und besser.

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